Bezirksparteitag der CSU nimmt JU-Antrag an!
Bezirksparteitag der CSU nimmt JU-Antrag an!
Beim CSU Bezirksparteitag am 9. Juli in Nürnberg stellte der JU Kreisvorsitzende Matthias Bauer einen Antrag zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Nürnberg. Diese soll erreicht werden durch die Weiterentwicklung der Georg Simon Ohm Hochschule zur Technischen Hochschule sowie die Etablierung eines Gratuiertenkollegs.
Der Antrag wurde nicht nur von den Deligierten angenommen, sondern von Ministerpräsident Horst Seehofer persönlich gelobt!
Antrag zum CSU-Bezirksparteitag am 09. Juli 2011
Antragsteller: Matthias Bauer, JU-Kreisvorsitzender Nürnberg-Nord
Metropolregion Nürnberg als Wissenschaftsstandort stärken – ja, zur Technischen Hochschule mit Graduiertenkolleg
Der Bezirksparteitag möge beschließen:
Die CSU Nürnberg-Fürth-Schwabach unterstützt die Weiterentwicklung der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg zur Technischen Hochschule und die Gründung eines Graduiertenkollegs. Ziel ist:
- 1. die Förderung anwendungsorientierter Spitzenforschung in der Region und ein effektiver Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft;
- 2. die Attraktivität des Studienstandortes Nürnberg für Studenten zu steigern.
Begründung:
Nürnberg war bereits im Mittelalter eine bekannte Metropole für Handel und Handwerk. Auch in der jüngeren Nachkriegsgeschichte war Nürnberg ein bekanntes Zentrum für Ingenieurskunst und kaufmännisches Können. Seit Einsetzen des Strukturwandels von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft zeigt sich, dass Nürnberg Probleme hat, sein Industrie- und Wirtschaftsprofil zu finden. Symptome sind eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, hohe kommunale Verschuldung und Insolvenz bzw. Weggang von großen Unternehmen (MAN, Grundig, AEG, Quelle ...). Es ist daher notwendig, neue zukunftsträchtige Kernkompetenzen in der Region zu etablieren. Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg verfügt über wichtige Kompetenzfelder, die hierzu beitragen und gerade im Mittelstand Nutzen stiften können.
Zur Steigerung der Attraktivität des Studiums an der Technischen Hochschule in Nürnberg gilt es, die Umsetzung des Bologna-Prozesses logisch fortzusetzen. Der Bologna-Prozess führte zur Einrichtung zahlreicher Masterstudiengänge, die – internationalen Standards folgend – den universitären Masterstudiengängen gleichgestellt sind. Dies trug nicht zuletzt der hohen Qualität praxisorientierter Lehre an den Fachhochschulen Rechnung und verbesserte zudem die Chancen der Fachhochschulen, sich noch stärker zu profilieren. Für eine konsequente Verwirklichung der Bologna-Idee muss jedoch die anwendungsorientierte Forschung stärker in das Interesse der Politik rücken, als dies bislang der Fall ist. Bayerische Fachhochschulen sind in diesem Aufgabenfeld derzeit auf die Finanzierung durch externe Drittmittelgeber angewiesen. Die eher an Grundlagen orientierte universitäre Forschung wird durch den Staatshaushalt exzellent gefördert, indem Universitäten strukturell einen staatlich finanzierten Mittelbau unterhalten können. Im Gegensatz dazu existiert für die anwendungsorientierte Forschung keine vergleichbare Finanzierung.
Um besonders geeignete Absolventen von Fachholschulstudiengängen zu einem Verbleib an der Hochschule nach dem Masterstudium zu gewinnen, ist es notwendig den Zugang zu einer wissenschaftlichen Promotion nicht nur formal zu erlauben, sondern diesen auch tatsächlich zu ermöglichen. Hier klaffen zwischen Anspruch und Wirklichkeit deutliche Lücken, die in der Bevölkerung zunehmend wahrgenommen werden. Der Zugang von Fachhochschulabsolventen zu höchsten akademischen Abschlüssen ist in der Praxis schwierig. Zunehmend ergeben sich zwar Kooperationen zwischen Professoren an Fachhochschulen und an Universitäten, die einzelfallbezogen Promotionen ermöglichen. Einen institutionellen Rahmen gibt es hierfür jedoch nicht. Besonders nachteilig für Fachhochschulen wirkt sich in diesem Zusammenhang aus, dass zwar die Betreuung der Promotionsverfahren de facto regelmäßig an den Fachhochschulen geleistet wird, wissenschaftliche Reputation über die Veröffentlichung der Dissertationen und anderer Ergebnisse der Forschungsvorhaben jedoch an die kooperierende Universität abfließt.
Daher ist die Gründung eines Graduiertenkollegs ein notwendiger Schritt, um Spitzenforschung an der Technischen Hochschule gewährleisten zu können.
Das Graduiertenkolleg ist ein institutioneller Rahmen für die Durchführung anwendungsorientierter Forschung. Am Graduiertenkolleg werden Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiter eingerichtet. Die Wissenschaftlichen Mitarbeiter bearbeiten eigenständige Forschungsprojekte und werden von Professorinnen und Professoren der Technischen Hochschule zur Promotion geführt.
Das Graduiertenkolleg trägt der hohen Bedeutung anwendungsorientierter Forschung Rechnung. Es fördert die Anbindung wissenschaftlicher Forschung an die Praxis und die Heranführung anwendungsorientierter Fachleute an das akademische Spitzenniveau gleichermaßen.
Das Graduiertenkolleg wird der Georg-Simon-Ohm Technischen Hochschule Nürnberg angegliedert und in akademischer Selbstverwaltung geführt. Eine enge Verzahnung mit den Clusterinitiativen der Bayerischen Staatsregierung wird angestrebt. Die Mitgliedschaft von Professorinnen und Professoren ist gebunden an ausgeführte Forschungsleistungen innerhalb des Graduiertenkollegs und an die Betreuung von Promotionsvorhaben.
Das Promotionsverfahren ist an ein verpflichtendes Promotionsstudium gebunden. Innerhalb dieses Studiums werden die Studierenden systematisch an die für die Promotion notwendigen wissenschaftlichen Standards herangeführt. Dies gilt insbesondere für Fachhochschulabsolventen. Das Graduiertenkolleg soll Forschungsschwerpunkte in technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen setzen.
Die Bayerische Staatsregierung kann vorsehen, dass die Zahl der pro Jahr am Graduiertenkolleg durchgeführten Promotionsvorhaben beschränkt ist, um den von universitärer Seite immer wieder geäußerten Bedenken einer Inflationierung entgegenzuwirken.

