Unter dem Motto: „Der Arbeitskreis Innere Sicherheit bringt Dich hinter schwedische Gardinen“, lud dieser am 15.11.05 zur Besichtigung der Justizvollzugsanstalt Nürnberg. Die „Insassen auf Zeit“ konnten dabei nicht nur einen informativen und aufschlussreichen Einblick in die Örtlichkeiten und Abläufe einer Justizvollzugsanstalt gewinnen, sondern nutzten auch die Gelegenheit um rege Diskussionen über den Strafvollzug in der Bundesrepublik zu führen. Die Anstaltsleitung stand den Interessierten dabei hilfreich zur Seite.
Dass sich die tatsächlichen Gegebenheiten in einem deutschen Gefängnis in mancher Hinsicht von Darstellungen in Film und Fernsehen unterscheiden erfuhren die 14 wagemutigen Teilnehmer am eigenen Leib. Der fast zweistündigen Rundgang führte dabei durch geschichtsträchtige Gemäuer. Denn nicht die Bedeutung Nürnbergs während des Dritten Reichs war Grund dafür, dass die Stadt 1945 als Schauplatz der Nachkriegs-Prozesse ausgesucht und dadurch weltweit bekannt wurde.
Vielmehr gab die räumliche Nähe zwischen dem Gefängnis und dem Justizgebäude in der Fürther Straße, die darüber hinaus beide während des Krieges fast nicht zerstört worden waren, den Ausschlag. Das Gebäude der JVA war durch einen unterirdischen Gang und einem Fahrstuhl mit dem berühmten Schwurgerichtssaal verbunden, wodurch der reibungslose Transport der Angeklagten gewährleistet werden konnte. Diese unterirdische Verbindung wird auch bis heute noch genutzt.