29.07.2010, 18:41 Uhr
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16 Tage Fädder Kärwa - und des a jeds Joar???
Die JU hat während der Fürther Kirchweih eine Umfrage zum strittigen Thema der Kirchweihverlängeung durchgeführt. Hier das Ergebnis:

Das umstrittene Thema der dauerhaften Verlängerung der Fürther Kirchweih auf 16 Tage

Schon vor dem 29.09.2007 war das Thema der dauerhaften Verlängerung der Fürther Kirchweih auf 16 Tage Stadtgespräch. Doch mit Beginn der Kirchweih wurden die Standpunkte der Betroffenen zunehmend heftiger vertreten und die Diskussion scheint auch nach der Kirchweih nicht zu verstummen.

Warum dies so ist, leuchtet ein. Denn im November will der Stadtrat über eine mögliche dauerhafte Verlängerung beschließen.

Da das Thema eines ist, was scheinbar tatsächlich das Interesse fast jeden Fürther Bürgers zu wecken scheint, hat die Junge Union der Stadt Fürth während der Kirchweih eine Umfrage zum Thema „16 Tage Fädder Kärwa – und des a jeds Joar???“ durchgeführt.

Die Beteiligung der Bürger war dabei unerwartet hoch, was die Verantwortlichen selbst überraschte.

Die Umfrage wurde auf folgende Art durchgeführt:

Es wurden zwei Arten von „Stimmzetteln“ angefertigt, auf dem der Befragte seinen Namen, den Wohnort und Stadtteil, sowie das Alter angeben sollte. Ein Zettel lautete auf die Aussage „Ja, ich bin für die dauerhafte Verlängerung auf 16 Tage“ der zweite auf die Gegenaussage „Nein, ich bin gegen die dauerhafte Verlängerung auf 16 Tage“. Es war also für die Befragten möglich, ihrer Meinung entsprechen zu stimmen.

Während der Kirchweih liefen Teams der Jungen Union täglich zu verschiedenen Uhrzeiten über das Kirchweihgelände, um Besucher zu befragen. Nach der ersten Woche zeichnete sich jedoch ab, dass die unmittelbar betroffenen Anwohner auf diesem Wege schwer erreichbar sind. Ihre Teilnahme als Betroffene war aber besonders wichtig. Deshalb wurden von der Jungen Union Umschläge zusammengestellt, in denen sich neben einem Informationsschreiben eine „Ja“ sowie eine „Nein“ Liste befand. Diese wurden in die Briefkästen der Anwohner geworfen, sogar unter der Eingangstüre durchgeschoben. Auf diesem Wege konnten die Anwohner informiert werden und letztlich haben sich viele beteiligt. Zeitgleich wurden auch den Einzelhändlern und Dienstleistern solche Umschläge zugestellt, von denen die Resonanz ebenfalls überraschend groß war.

Schließlich haben sich auch die Schausteller an der Umfrage beteiligt. Sie haben „Ja“ Listen ausgelegt und so 12 Tage lang Stimmen für die Verlängerung der Kirchweih gesammelt. Natürlich war die Stimmenanzahl im Vergleich zu den von der Jungen Union gesammelten erheblich größer, jedoch ist die Beteiligung der Kirchweihbesucher hier geradezu enorm gewesen. Man muss jedoch die auf diesem Wege gesammelten Stimmen als eine Art

separate Umfrage ansehen, die in das nun folgende Umfrageergebnis nicht eingehen sollte.

Das Ergebnis der Umfrage:

Insgesamt haben sich an der Umfrage 6138 Personen beteiligt.

- gesammelte Stimmen der Schausteller:

Dabei wurden 5112 Stimmen für eine Verlängerung der Kirchweih von den Schaustellern innerhalb von 12 Tagen gesammelt. Davon waren 31 der Abstimmenden Anwohner der Fürther Kirchweih!

- Umfrage der Jungen Union

Bei der persönlich durchgeführten Umfrage der Jungen Union auf dem Kirchweihgelände wurden 653 Personen befragt.

Dabei haben 603 Befragte mit „Ja“ gestimmt, 50 Befragte mit „Nein“.

Beachtlich ist hier, dass unter den 603 „Ja“ Stimmen, 18 Stimmen von Anwohnern abgegeben wurden.

Unter den 50 „Nein“ Stimmen waren 4 Stimmen von Anwohnern.

- Briefaktion der Jungen Union

An der Briefaktion der Jungen Union, bei der die Anwohner und ansässigen Einzelhändler sowie Dienstleister um Mitwirkung gebeten wurden haben sich 373 Personen beteiligt.

352 Personen haben hier mit „Nein“ gestimmt, wovon 177 Personen Anwohner waren,

21 Personen haben mit „Ja“ gestimmt, wovon 14 Anwohner waren.

-Insgesamt ergeben sich folgende Zahlen:

Von den von der Jungen Union persönlich und im Wege der Briefaktion befragten sind 624 Personen für eine Verlängerung, 402 Personen dagegen.

Somit sind 60,82 % für und 39,18 % gegen die Verlängerung.

Anders sieht das Ergebnis aus, wenn man sich nur die Stimmen der Anwohner ansieht.

Von den Anwohnern, die sich beteiligt haben, sind 63 Personen für eine dauerhafte Verlängerung, 181 gegen eine Verlängerung.

Folglich sind 25.81% der Anwohner für eine Verlängerung, 74,18% dagegen.

Die große Zahl an Stimmen, die die Schausteller gesammelt haben (5112 Stimmen ) ist dabei ebenfalls – vielleicht mit weniger Gewicht aber dennoch mit einer gewissen Aussagekraft – zu berücksichtigen.

- eine mögliche Deutung des Ergebnisses:

Wie soll man das Ergebnis nun deuten?

Die gewaltige Stimmenzahl die von den Schaustellern gesammelt wurde zeigt zum Einen, wie enorm das Interesse der Kirchweihbesucher bezüglich des Themas der Verlängerung ist. Zum Anderen wird die regionale Bedeutung der Kirchweih für Fürth deutlich. Zahlreiche Personen von außerhalb – angefangen bei Nürnberg, Erlangen oder dem Fürther Landkreis bis hin zu Gästen aus den USA und China haben sich beteiligt. Diesen ist sicherlich die Problematik einer Verlängerung für Anwohner, Einzelhändler und Dienstleister nicht bewusst, es zeigt jedoch, dass die Kirchweih ein Publikumsmagnet ist und Gäste von außerhalb anzieht.

Dieses Ergebnis bestätigt auch, was bei der persönlich durchgeführten Umfrage der Jungen Union die Hauptaussage der Gäste von außerhalb war. Viele waren für die Verlängerung, weil dies bedeuten würde, dass die Kirchweih über drei Wochenenden geht. Laut Aussage vieler Nicht-Fürther würden sie dies auch nutzen um einmal mehr als sonst nach Fürth zu kommen. Viele dieser Personen merkten sogar an, dass sie, außer während der Kirchweihzeit, nie nach Fürth kommen.

Neben all diesen positiven Effekten, die die Kirchweih mit sich bringt, zeigt das Ergebnis jedoch, dass die Belastung der Anwohner, Einzelhändler und Dienstleister auf einem akzeptables Maß bleiben muss.

Neben der Anfahrtsproblematik wegen der Straßensperren, dem Lärm und Geruch ist ein großes Problem für Anwohner die Zusatzbelastung durch zu lange Aufbauzeiten. Unverständlich reagieren Dienstleister in der Nürnberger Str. wenn die Händler nicht notwendigerweise schon am ersten Aufbautag fertig eingerichtet stehen, obwohl sie am letzt möglichen Tag ebenfalls aufbauen könnten.

Auch wird die mangelnde Kontrolle seitens der Stadt gerügt, die es scheinbar verpasst die Einhaltung der Abstände zu Ein- und Ausfahrten von Anwohnern zu beobachten. Viele Schausteller bauen ihre Buden entgegen der Erlaubnis zu nahe an Garagen und Zufahrten.

Ein weiteres Problem sind – gerade für Anwohner, die nicht unmittelbar am Kirchweihgelände wohnen – die Parkplatzsituation. Gäste von außerhalb beachten Anwohnerparkplätze und Durchfahrtsverbote nicht.

Daneben gibt es viele weitere Probleme, die nicht einfach übersehen werden können. Diese bestehen jedoch auch unabhängig von einer Verlängerung der Kirchweih. Es sind somit unabhängig von einer Verlängerung der Kirchweih von der Stadt dringend angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen. Zu Beachten ist hierbei, dass die Schausteller sehr kompromissbereit sind und gerne bereit sind Lösungsversuche zu unterstützen, um die Kirchweih auch für Anwohner zum schönsten Fest im Jahr zu machen.