29.07.2010, 18:43 Uhr
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Politik im „Grünen“:
Der Bezirksverband lud erneut zum JU-Aktivwochenende in die fränkische Schweiz und die "Grünen" gingen baden

Grauer Himmel, August-untypische kühle Temperaturen und gelegentlicher leichter Nieselregen - diese widrigen Begleitumstände konnten gut vierzig JU-Mitglieder des Bezirksverbandes Nürnberg-Fürth-Schwabach nicht wirklich davon abhalten, auf Einladung des JU-Bezirksvorsitzenden Thorsten Fiedel am traditionellen JU-Aktiv-Wochenende in Waischenfeld am 11. und 12. August teilzunehmen. Zunächst stand allerdings der sportliche Aspekt im Mittelpunkt, nämlich eine knapp 5 km umfassende Fahrt mit Kanus auf der Wisent von Muggendorf nach Ebermannstadt. Auch wenn dabei einige Kanus einen sicherlich dazugehörenden "Etagenwechsel" von Über- zu Unter-Wasserlinie vornehmen mussten. Denn das grünfarbene 3-Mann-Kanu des JU-Bezirkschefs Thorsten Fiedel kenterte bereits durch leichte Fremdeinwirkung recht schnell nach der ersten Kurve. Dennoch kamen die meisten JU´ler mehr oder weniger trocken an der Endstation an. Beim abendlichen Barbequeue auf Burg Waischenfeld kam aber auch der politische Aspekt nicht zu kurz: Fiedel hatte den Waischenfelder Bürgermeister Edmund Pirkelmann (Freie Wähler) eingeladen, der über die politische Situation Waischenfelds und deren Vor- und Nachteile als Flächengemeinde informierte. In kleineren Gesprächszirkeln wurde daraufhin bis weit nach Mitternacht über politische Themen diskutiert. Diese setzten sich zum Teil auch am nächsten Morgen nach dem Frühstück fort. Den Abschluss fand das JU-Aktivenwochenende dann mit einer Führung durch die Krug-Brauerei in Breitenlesau, deren Chef höchstpersönlich Interessantes über die Entwicklung des kleinen mittelständischen Unternehmens, dessen Bierlieferungen mittlerweile bis nach Südtirol gehen, zu berichten wusste. Dass dabei das Produkt direkt getestet werden konnte, braucht nicht gesondert erwähnt zu werden, rundete den Besuch aber gelungen ab.

 

Hintergrund: Waischenfeld ist ein beliebter Ort der Zusammenkunft: 1967 trafen sich hier zumeinen der letzten Male die Mitglieder der politisch-publizistisch motivierten so genannten„Gruppe 47“, einem losen Zusammenschluss von heute zum Teil namhaften Dichtern und Denkern wie z.B. Martin Walser, Marcel Reich-Ranicki, Günther Grass, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll. Initiator der Diskussionsgruppe, die nicht nur als Informationsbörse, sondern auch als literarische Talentschmiede galt. Initiator war Hans-Werner Richter, amerikanischer Kriegsgefangener und Herausgeber der politisch-literarischen Zeitschrift „Ruf“, die durch die amerikanische Militärregierung verboten wurde. Mit der Gründung der „Gruppe 47“ im Jahre 1947 fand Richter neue Wege, um Redakteure und Autoren zusammen zu bringen, um über Politik und Literatur zu diskutieren. Heute ist Waischenfeld wegen seiner Lage in der fränkischen Schweiz, der typischen fränkischen Brauereinen und dem touristischen Angebot vor allem als Reiseziel beliebt.