Am Freitagabend wurde JU-Chef Philipp Mißfelder mit 84,5 Prozent im Amt bestätigt. Der 27-Jährige aus Recklinghausen steht seit 2002 an der Spitze der Jungen Union. 239 der 285 abgegebenen Stimmen der Delegierten entfielen auf Mißfelder. 44 Delegierte stimmten gegen ihn, 2 enthielten sich.
Im Rahmen der Bundesvorstandswahl wurden zudem aus bayerischer Sicht Dr. Nadine Pallas (Schwaben) als stellvertretende Bundesvorsitzende wie ebenso als Beisitzer Thomas Grädler (Oberpfalz), Carolin Opel (Unterfranken) und Dr. Marc Tenbücken (Oberbayern) gewählt.
Zuvor hatten der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Bundesverteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung zu den Delegierten in Wiesbaden gesprochen. Am Samstagvormittag sprach Bundeskanzlerin Merkel zu den Gästen und Delegierten der JU Deutschlands. Dabei kritisierte die Junge Union - neben vielen positiven Ergebnissen - auch die Große Koalition. Nach knapp einem Jahr Regierungszeit beklagten sich mehrere Delegierte bei der CDU-Vorsitzenden, die Union habe zu wenig von ihren Inhalten durchsetzen können. Insbesondere der ausgehandelte Gesundheitskompromiss trage den Interessen der jüngeren Generation nicht ausreichend Rechnung,.
Das bayerische Element rundeten die sehr gut aufgenommenen Auftritte von CSU-Generalsekretär Markus Söder und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos ab. Söder forderte eine Schärfung des Unionsprofils. Es nütze nichts, wenn die Große Koalition zwar erfolgreich sei, die Union dabei aber nicht zu erkennen wäre. Die Handschrift von CDU und CSU müsse wieder stärker zu erkennen sein. Glos riet der Union trotz schlechter Umfragewerte zu Gelassenheit.